Knochenentnahme

Wie im Kapitel Knochenaugmentation beschrieben, braucht es für einen Hartgewebeaufbau in vielen Fällen autologen Knochen.

Man unterscheidet dabei praktischerweise zwischen zwei verschiedenen Knochenarten, nämlichen dem enoral (im Munde) entnommenen autogenen Knochen und dem extraoral entnommen Knochen vor allem aus dem Becken und der Schädelkalotte.

Die Knochenentnahme im Bereich des Ober- oder Unterkiefers ist jene Methode, welche von den meisten Implantologen in Lokalanästhesie ambulant in der Praxis durchgeführt werden kann.

Dabei unterscheidet man wiederum zwischen verschiedenen Entnahmeorten.

Die Knochenentnahme am Becken, der Schädelkalotte, am Tibiakopf, der Rippe oder mikrovaskulär gestielte Transplantate der Fibula werden von Kieferchirurgen in Narkose durchgeführt. Dabei ist fast immer ein stationärer Aufenthalt nötig.

 

Wann kommt welche Entnahmeart oder Ort zum Zuge ?

 

Die enorale Knochenentnahem kann immer dann verwendet werden, wenn relativ wenig Knochen als Ersatzmaterial gebraucht wird.

  • Benötigt man sehr wenig Knochen, reicht oft bereits der gesammelte Knochen aus den Bohrstollen oder aus dem angrenzenden Gebiet, wo die Implantate gesetzt werden. Dieses Knochenmehl kann zusätzlich mit einem alloplastischen Ersatzmaterial gemischt werden. Mit diesem Material können vor allem horizontale Defekte bei der simultanen Augmentation versorgt werden.
  • Braucht man mehr Knochen, so wird der Bereich der Weisheitszähne bevorzugt. Man gewinnt bedeutend mehr Knochen als mit einer Knochensauge und die Entnahme ist recht einfach.
  • Knochenblöcke aus der Kinnregion werden dann verwendet, wenn man sie als Ganzes für einen vertikalen Aufbau am späteren Implantationsort gebraucht. Diese Blöcke werden dort mit Fixationsschrauben immobilisiert.
  • Natürlich können diese Blöcke auch mit einer Knochenmühle verkleinert werden und unter einer Membran zur Anwendung kommen.

Die extraorale Knochenentnahme kommt immer dann zur Anwendung, wenn eine grosse Menge an Knochen nötig ist  oder die Entnahme enoral nicht möglich ist.